Wissenswertes für Beamtinnen und Beamte - Ausgabe 2009: Kapitel 9. Beamtenversorgung (Teil 10), Die Riesterförderung für Beamtinnen und Beamte

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Beamtenversorgung, Teil 10

Die Riesterförderung für Beamtinnen und Beamte
Immer mehr Menschen sichern sich für ihr Alter durch einen Riester-Vertrag ab. Staatliche Zulagen und Steuervorteile haben diese Form der Alterssicherung zu einem Erfolgsmodell gemacht.

Versorgungslücke durch private Alterssicherung schließen
Die Zahl der Versorgungsempfänger/innen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die öffentlichen Kassen sind leer. Der Staat hat jahrzehntelang versäumt, für die Pensionen Vorsorge zu treffen. Durch das Versorgungsänderungsgesetz 2001 wird die Versorgung der Beamtinnen und Beamten schrittweise von 75 auf 71,75 Prozent abgesenkt. Gerade hat der Bundestag beschlossen, die Altersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung auf 67 Jahre anzuheben. Der Entwurf eines Dienstrechtsneuordnungsgesetzes sieht vor, diese Regelung auch auf die Beamtinnen und Beamten zu übertragen. Für viele wird dies eine weitere Absenkung ihrer Pensionen bedeuten. Um die Versorgungslücke zu schließen, wird eine zusätzliche private Altersvorsorge auch für Beamtinnen und Beamte immer wichtiger. Eine attraktive Möglichkeit vorzusorgen, ist die so genannte Riester-Rente. Sie ist eine privat finanzierte Altersvorsorge mit staatlicher Förderung.

Wie funktioniert die Riester-Rente?
Während der Ansparphase werden Beiträge in förderfähige Sparformen eingezahlt. Der Staat fördert die Altersvorsorge durch eine Zulage. Unabhängig vom Bruttoeinkommen steht jeder/jedem Berechtigten eine Zulage zu. Dabei wird zwischen der Grundzulage und der Kinderzulage unterschieden. Anspruch auf die Kinderzulage besteht, wenn im Kalenderjahr mindestens ein Monat lang Kindergeld bezogen wurde.




Beispiel:
Unverheirateter Single, keine Kinder, Jahreseinkommen 2006 in Höhe von 30.000 Euro 3 Prozent von 30.000 Euro = 900 Euro
Der Anlagebetrag in 2007 muss also mindestens 900 Euro betragen, um die volle staatliche Zulage in Höhe von 114 Euro zu erhalten.




Die Höhe des Vorjahreseinkommens (brutto) bestimmt die Mindesthöhe der (Jahres-) Beiträge, die eingezahlt werden müssen, um die volle staatliche Zulage zu erhalten. Um z.B. die volle Zulage für 2007 zu erhalten, muss der Anlagebetrag 3 Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens entsprechen. Die Zulage fließt nicht direkt an die/den Beitragszahler/in, sondern in den Vertrag. Durch die Zulage verringert sich der Eigenbeitrag, den ein/e Beitragszahler/in tatsächlich einzahlen muss. Der förderfähige Beitrag ist nach oben gedeckelt und in 2007 auf maximal 1.575 Euro begrenzt.




Beispiel:
Unverheirateter Single, keine Kinder, Jahreseinkommen 2006 in Höhe von 30.000 Euro Um den Eigenbeitrag zu ermitteln, wird die staatliche Zulage vom Anlagebetrag (hier 900 Euro) abgezogen.
900 Euro – 114 Euro = 786 Euro
Daraus ergibt sich ein Monatsbeitrag (786 Euro/12) in Höhe von 65,50 Euro.




Hohe Förderquoten durch Riester-Vertrag
Die staatlichen Zulagen können einen erheblichen Teil der Beitragsleistung ausmachen. Je nach Einkommenssituation und Familienstand kann bereits mit einem relativ geringen Eigenbeitrag eine private Altersvorsorge aufgebaut werden. Je mehr Zulagen, umso geringer der Eigenanteil, der aufgebracht werden muss.

TABELLE
Staatliche Zulagen bei der Riester-Förderung


"Tabelle/Schaubild" folgt
7

1) Mindestanlagebetrag in Prozent vom Vorjahresbruttoeinkommen
2) Maximaler förderfähiger Höchstbetrag pro Jahr
3) Grundzulage pro Ehepartner und Jahr
4) Kinderzulage je kindergeldberechtigtes Kind pro Jahr
5) Für Kinder, die ab dem 01.01.2008 geboren werden, erhöht sich die Kinderzulage auf 300 Euro.

Zulage beantragen
Auf die Zulage besteht ein Anspruch. Sie muss nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Eigenbeiträge entrichtet worden sind, beantragt werden (z. B. Dauerzulageantrag). Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) berechnet die Zulagenhöhe und veranlasst die Zuweisung zugunsten des geförderten Altersvorsorgevertrages.




Beispiel:
Eine Familie mit zwei Kindern und einem Vorjahreseinkommen in Höhe von 34.000
Euro kann in 2007 insgesamt 504 Euro Zulagenförderung erzielen. Für diese maximale Förderung müssen die Zulagen und der Eigenbeitrag zusammen 3 Prozent von 34.000 Euro betragen, also insgesamt 1.020 Euro. Durch die Höhe der Zulage der zu zahlende Eigenbeitrag liegt bei 516 Euro (504 Euro Zulagen + 516 Euro Eigenbeitrag = 1.020 Euro). Durch die staatlichen Zulagen ergibt sich für die Familie insgesamt eine Förderquote von 49,4 Prozent.




Steuervorteil nutzen
Die Aufwendungen für den Altersvorsorgevertrag (einschließlich der Zulage) können zusätzlich als Sonderausgaben bis zu einem Höchstsatz von 1.575 Euro (in 2007) steuerlich geltend gemacht werden. Der Sonderausgabenabzug wird mit der Einkommensteuererklärung beantragt. Hierfür ist die „Anlage AV zur Einkommensteuererklärung“ auszufüllen. Dem Antrag ist eine Bescheinigung des Anbieters beizufügen, aus der sich die Höhe der gezahlten Eigenbeiträge ergibt („10a-Bescheinigung“). Das Finanzamt prüft dann, ob der Sonderausgabenabzug günstiger ist als die Zulage. Ist dies der Fall, wird die Zulage mit der Steuervergünstigung verrechnet und der Differenzbetrag als Steuerrückzahlung erstattet. Auch durch Steuerersparnisse lassen sich so erbhebliche Förderquoten erzielen.


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